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Jagdparcours

Jagdparcours

jagdparcours-hattenhofen-01Jagdparcours (gesprochen: „Jagdparcour“ ohne s) ist eine Disziplin des Wurfscheibenschießens, die wesentlich realistischer als die olympischen Disziplinen Trap, Skeet und Doppeltrap das Verhalten von Flugwild simuliert. Wegen der vielen Varianten von Flugbahnen, Geschwindigkeiten und Höhen beim Jagdparcours ist die Disziplin nicht olympisch. Es werden allerdings jährlich Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen.

Das Jagdparcoursschießen ist dadurch entstanden, dass die Jagd auf Niederwild (Vögel, Hasen etc.) trainiert werden sollte. Mittlerweile ist Jagdparcours eine releativ verbreitetete sportliche Disziplin, die bei weitem nicht nur von Jägern ausgeübt wird. Auch bei Sportschützen wird das Jagdparcoursschießen immer beliebter.

Der Jagdparcours

Wie bei den anderen Disziplinen wird auch beim Jagdparcours auf Wurfscheiben/Tontauben geschossen. Der große Unterschied zu Skeet und Trap ist, dass es keine festgelegten Positionen der Wurfmaschinen, Flugbahnen und Schützenstände gibt. Hierdurch ist jeder Jagdparcours anders. Durch die Anpassung der Wurfrichtung kann somit ganz einfach eine völlig andere Flugbahn der Tauben erreicht werden. Zudem dürfen für Jagdparcours verschiedene Varianten von Wurfscheiben wie Mini- oder Segeltauben verwendet werden (nähere Infos zu den Wurfscheiben).

Jagdparcours

Beispielhafte Darstellung eines Jagdparcours-Stands
Bild: Jagdparcours Hattenhofen

In unserer Schießstand-Datenbank haben wir eine Auflistung von Jagdparcours-Ständen zusammen gestellt. Im Terminkalender finden Sie zudem Informationen zu aktuellen Jagdparcours-Wettkämpfen.

Wettkämpfe

Für internationale Wettkämpfe ist die Fédération Internationale de Tir aux Armes Sportives de Chasse (FITASC) verantwortlich. Nationale Wettkämpfe werden in Deutschland durch den TIRO e.V. (Deutscher Verband für Jagdparcoursschießen) und den DSB (Deutscher SchützenBund e. V.) ausgerichtet.

Wurfscheiben werden durch den Schützen mit einem mündlichen Signal („Pull“, „Ab“…) abgerufen. Nach dem Abruf dürfen ein bis drei Sekunden verstreichen, bevor die Wurfscheibe geworfen wird.

Als Treffer wird gewertet, wenn durch den Schuss ein sichtbares Stück der Wurfscheibe abgetrennt wird. Einzeltauben dürfen beim Jagdparcours zweimal beschossen werden. Dabei ist es nicht relevant, mit welchem Schuss der Treffer erzielt wird. Auch darf der Schütze bei Dubletten frei entscheiden, in welcher Reihenfolge er die Wurfscheiben beschießt. Falls der erste Schuss nicht trifft, darf er mit dem zweiten auch noch einmal dieselbe Wurfscheibe beschießen. Trifft der Schütze beide Wurfscheiben mit einem Schuss (eine so genannte Bauerndublette), so werden dafür zwei Treffer gewertet.

Ablauf

Die Schützen schießen aus vorher festgelegten Standplätzen. Gut sichtbar markieren Schilder mit Buchstaben-Kennzeichnung (A, B, C etc.) die Reihenfolge der verwendeten Wurfmaschinen. Dabei wird der Typ der jeweiligen Wurfscheibe nicht mit angeführt. An jedem Stand werden dem Schützen einer Rotte alle Wurfrichtungen einmal vorgeworfen. Zielübungen sind dabei nicht erlaubt.

Die beginnenden Schützen einer Rotte wechseln mit jedem Schießstand. Beginnt Schütze eins beispielsweise auf dem ersten Stand, rotiert die Reihenfolge, so dass Schütze zwei auf dem zweiten Stand startet.

Internationale Wettbewerbe bestehen in der Regel aus 200 Zielen, von denen in einer Runde jeweils 25 beschossen werden.

Dubletten

Beim Jagdparcours werden neben Einzelwurfscheiben verschiedene Formen von Dubletten beschossen:

  • Dublette auf Schuss: Wenn der Schuss auf die erste Wurfscheibe gefallen ist, wird die zweite Wurfscheibe innerhalb eines Zeitraums von 0-3 Sekunden gestartet.
  • Simultandublette: Beide Wurfscheiben werden von einer oder zwei verschiedenen Maschinen gleichzeitig gestartet.
  • Rafale-Dublette: Aus einer Maschine werden direkt hintereinander zwei Wurfscheiben gestartet.

Anschlag

Die Wurfscheibe wird aus dem Jagdanschlag erfasst. Dabei wird der Flintenschaft mindestens 25 unter der Schulter am Körper angestellt und die Mündung auf Augenhöhe gehalten. Nach dem Erfassen des Ziels zieht der Schütze die Flinte aus dieser Haltung in den Voranschlag (der Schaft liegt an Wange und Schulter). Wurfscheiben dürfen nicht aus der Hüfte beschossen werden.

Flinten

Beim Jagdparcours sind Flinten mit maximal Kaliber 12 und einer minimalen Lauflänge von 66 cm zulässig.

Munition

Die Patronenladung darf beim Jagdparcours 28 Gramm mit einer Abweichung von +2% betragen. Der Schrotdurchmesser muss zwischen 2,0 und 2,5 mm liegen.

Wurfscheiben

Für Jagdparcours können verschiedene Varianten von Wurfscheiben verwendet werden:

  • Standard-Taube (11cm Durchmesser, 2,5 cm Höhe)
  • Midi-Taube (9cm Durchmesser, 2,5 cm Höhe)
  • Mini-Taube (6cm Durchmesser, 2,5 cm Höhe)
  • Rollhase (Standard-Wurfscheibe mit verstärktem Rand, die über den Boden gerollt wird)
  • Segeltaube (10 cm Durchmesser, 1 cm Höhe, damit deutlich flacher als eine Standardtaube)
  • Flashwurfscheiben
  • Elektrotauben

Steil aufsteigende und abfallende Wurfscheiben werden als „Teal“ bezeichnet. Wurfscheiben, die vertikel abstreichen werden „Droper“, „Looper“ oder „Incomer“ genannt. Wurfscheiben dürfen für Jagdparcours in verschiedenen Farben verwendet werden, solange sie sich gut vor dem jeweiligen Hintergrund erkennen lassen. In der Regel sind die Scheiben orange, aber auch grün, schwarz oder braun sind möglich.

Über den Autor

Jens ist studierter Sportwissenschaftler und begeisterter Entdecker des Tontaubenschießens. Auf wurfscheibe.net schreibt er leicht verständlich über die sportwissenschaftlichen Hintergründe des Wurfscheibensports sowie über seine eigenen Erfahrungen als Anfänger in einer für ihn neuen Sportart. Mehr erfahren…

Informationen zu weiteren Wurfscheiben-Disziplinen

Skeet Trap Doppeltrap ZZ-Helices Compak-Sporting
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