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ZZ – Helice

Bei der Disziplin ZZ oder Helice wird nicht auf normale Tontauben, sondern auf sogenannte Elektrotauben geschossen. Diese Tauben sind aus Plastik und haben einen Propeller, so dass die Flugbahn völlig unberechenbar ist. Nach dem zufälligen Abwurf aus einer von mehreren Wurfmaschinen können Elektrotauben jede Flugrichtung und Höhe einschlagen und sogar die Richtung wechseln.

Diese Variante des Wurfscheibensports ist in Deutschland (noch) nicht sehr verbreitet.

Helices-Wurfscheiben

Elektrotauben unterschieden sich von den normierten Wurfscheiben der anderen Disziplinen – offensichtlicher Unterschied sind die beiden 28 cm langen, gegenüberliegenden Flügel. In diesen Propeller ist eine meist weiße Wurfscheibe geklemmt. Der Durchmesser dieser Scheibe ist auf 104 mm festgelegt, das zulässige Gesamtgewicht (Flügel mitgerechnet) auf maximal 70 g. Dabei darf die Wurfscheibe ohne Propeller nicht mehr als 35 g wiegen.

Bei einem Treffer zerbricht die ZZ-Taube nicht, sondern zerfällt in zwei Teile (Scheibe und Propeller), so dass die Tauben mehrfach verwendet werden können.

Die Elektrotauben-Anlage

Bei Wettkämpfen werden Elektrotauben aus einer Distanz von 25 m beschossen. Dabei verläuft 21 Meter hinter den Wurfmaschinen eine halbkreisförmige optische Grenze, oft durch einen Zaun markiert. Diese markiert den Bereich, in dem eine Taube beschossen werden und der weiße Teil nach einem Treffer landen muss. Bei Wettkämpfen werden fünf, sieben oder neun Helices-Wurfmaschinen eingesetzt, die in festgelegten Abständen zueinander angebracht sind.

Flinten & Munition

Beim Helice-Schießen dürfen Flinten bis Kaliber 12 und Schrotladungen von maximal 28 g sowie 2,7 mm Durchmesser verwendet werden.

Wettkämpfe

Ein Schiedsrichter entscheidet beim Helice-Schießen über die Trefferwertung. Ein Treffer wird anerkannt, wenn durch den Schuss der Propeller von der Wurfscheibe getrennt wird und die weiße Scheibe in dem vorgeschriebenen, abgesteckten Bereich landet.

Die französische Federation International de Tir aux Armes Sportives de Chasse (FITASC) gibt das internationale Regelwerk für Helices-Wettkämpfe heraus.

Ablauf

Im Gegensatz zu den anderen Disziplinen des Wurfscheibensports werden Elektrotauben zweimal abgerufen: Durch das mündliche Signal „Ready“ (oder „Fertig“) zeigt der Schütze dem Puller seine Bereitschaft an. Der Puller bestätigt darauf ebenfalls mit „Ready“. Daraufhin kann der Schütze die Elektrotaube mit „Pull“ abrufen. Pro Abwurf darf eine Taube mit zwei Schuss beschossen werden.

Der Umgang mit möglicher Fehlkommunikation zwischen Schützen und Puller ist klar geregelt. Wird eine Elektrotaube abgeworfen, bevor der Schütze diese mit „Pull“ abgerufen hat, kann er diese entweder trotzdem beschießen und somit in die Wertung aufnehmen oder keinen Schuss abgeben und daraufhin eine zweite Elektrotaube abrufen.

Je nach Anzahl der Maschinen werden in einem Wettkampf unterschiedlich viele Helices abgerufen, bevor der Schütze den Schießstand verlässt:

  • Bei fünf Wurfmaschinen: Zwei Helices
  • Bei sieben Wurfmaschinen: Drei Helices
  • Bei neun Wurfmaschinen: Fünf Helices

Nach einem Durchgang erreichen die zehn besten Schützen das Finale und schießen jeweils auf weitere fünf Elektrotauben. Falls mehrere Schützen die gleiche Anzahl an Treffern haben sollten, können auch elf oder mehr Finalisten antreten. Im sogenannten Knock-Out-System wird der Abstand der Schützen pro getroffener Elektrotaube um jeweils drei Meter erhöht.

Anschlag

Der Anschlag ist bei Helices-Wettkämpfen nicht vorgeschrieben. Die Elektrotauben dürfen sowohl aus dem Jagdanschlag als auch dem Voranschlag erfasst werden.

Wissenswertes

Die Bezeichnung ZZ (Zinc Zurrito) setzt sich aus dem ursprünglich für die Propeller verwendeten Material Zink und einer früher populären Sportart des Lebendtaubenschießens namens Zurrito zusammen.

Rund um ZZ-Wettkämpfe werden oft Wetten über mögliche Treffer oder Fehler der Schützen abgeschlossen, was seinen Ursprung ebenfalls im mittlerweile weitestgehend verbotenen Lebendtaubenschießen hat.

Videos

Um sich ein besseres Bild über die Funktionsweise von ZZ- oder Helices-Wurfscheiben zu machen, haben wir ein paar Videos zusammengestellt:

Ein schon etwas älteres Werbevideo eines Maschinenherstellers

Werbevideo des Herstellers ELICIO.ES (Vertrieb über Laporte)

Über den Autor

Jens ist studierter Sportwissenschaftler und begeisterter Entdecker des Tontaubenschießens. Auf wurfscheibe.net schreibt er leicht verständlich über die sportwissenschaftlichen Hintergründe des Wurfscheibensports sowie über seine eigenen Erfahrungen als Anfänger in einer für ihn neuen Sportart. Mehr erfahren…

Informationen zu weiteren Wurfscheiben-Disziplinen

Trap Skeet Jagdparcours Doppeltrap
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