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Rechtliches

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Vorderseite gelbe WBK

Flinte und Schrotmunition sind wichtige Bestandteile des Tontaubenschießens. Um Waffen und Munition in Deutschland oder Österreich legal zu besitzen, ist eine Waffenbesitzkarte (kurz: „WBK“) erforderlich, in der Schweiz ein Waffenerwerbsschein. Erfüllt man die rechtlichen Vorausetzungen, kann jeder Bürger eine waffenrechtliche Erlaubnis beantragen. Im Folgenden bieten wir einen Überblick über die rechtliche Situation in Deutschland.

Waffenbesitz in Deutschland

Als Inhaber einer WBK darf man Flinten und Munition erwerben, besitzen und auf zugelassenen Schießständen damit schießen. Waffen und Munition dürfen entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen zu Hause aufbewahrt und transportiert werden. Eine Waffenbesitzkarte ist nicht zu verwechseln mit einem Waffenschein. Ein Waffenschein berechtigt zum Führen einer Waffe, das heißt die Waffe darf schussbereit in der Öffentlichkeit mit sich getragen werden. Besitzer einer Waffenbesitzkarte dürfen die Waffe außerhalb des Schießstandes oder ihrer Wohnung nur ungeladen und in einem abgeschlossenen Behältnis transportieren (näheres unter Aufbewahrung und Transport).

Anforderungen

Um als Sportschütze oder Jäger in Deutschland eine Waffenbesitzkarte zu erhalten, sind folgende Punkte zu erfüllen:

  • Waffensachkundeprüfung
  • Eine Mitgliedschaft seit mindestens 12 Monaten in einem Verein eines anerkannten Verbands (entfällt bei Jägern)
  • Jagdschein (entfällt bei Sportschützen)
  • Nachweis, dass in den letzten 12 Monaten mindestens einmal im Monat trainiert wurde. Alternativ müssen 18 Trainings im Jahr nachgewiesen werden (entfällt bei Jägern)
  • Mindestens 18 Jahre (mit psychologischem Gutachten), ansonsten 21 Jahre
  • Der Schütze muss eine sichere Aufbewahrung (z.B. Tresor) vorweisen können
  • Zuverlässigkeit (keine Einträge im Führungszeugnis bzw. Bundeszentralregister) und persönliche Eignung (voll geschäftsfähig, keine Drogenprobleme etc.). Die Zuverlässigkeit wird bei allen Gesetzesverstößen in Frage gestellt, auch nicht waffenrechtliche Verstöße wie z.B. Steuerhinterziehung oder Straßenverkehrsdelikte können zum Verlust der Zuverlässigkeit – und damit ebenfalls zum Verlust der waffenrechtlichen Eignung – führen.
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Vorderseite grüne WBK

Wenn alle Anforderungen erfüllt sind, lässt sich ein Antrag bei der örtlichen Behörde stellen auf die Erteilung einer grünen und / oder gelben WBK.

 

Waffenerwerb mit gelber und grüner WBK

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Rückseite gelbe WBK

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Rückseite grüne WBK

Für den Erwerb einer Waffe (ggf. mit Erlaubnis zum Munitionserwerb) auf die grüne WBK ist ein Voreintrag durch das zuständige Amt erforderlich. Bei der gelben WBK muss der Erwerb einer Waffe innerhalb von 14 Tagen angezeigt werden. Jede Waffe wird in die WBK eingetragen, unter anderem werden hier Modellbezeichnung, Seriennummer und Verkäufer vermerkt. Innerhalb von 6 Monaten dürfen durch Sportschützen maximal zwei Waffen erworben werden. Jäger dürfen ohne zeitliche Einschränkungen Waffen erwerben. Sportschützen erhalten i.d.R. 2 Kurzwaffen und 3 halbautomatische Langwaffen für die grüne WBK bewilligt. Ausnahmen werden teilweise bei Schützen mit regelmäßiger Wettkampfteilnahme gemacht. Jäger erhalten i.d.R. 10 Langwaffen und 2 Kurzwaffen genehmigt.

Waffensachkunde für Sportschützen

Neben einer Mitgliedschaft in einem Verein eines anerkannten Schießsportverbands muss für die Beantragung einer Waffenbesitzkarte die Waffensachkunde nachgewiesen werden. Dies bedeutet, dass eine theoretische und praktische Prüfung abgelegt werden muss. Hierbei wird neben fachlichen Wissen zu Waffen, Munition und Sicherheit auch die Bereiche Notwehr, Notstand und der Inhalt des Waffengesetzes abgefragt.

Abgelegt werden kann die Waffensachkunde bei einem staatlichen anerkannten Gutachter oder sonstigen staatlich zertifizierten Stellen. Zur Vorbereitung werden spezielle Kurse angeboten. Außerdem gibt es Fachbücher zur Vorbereitung auf die Prüfung. Die Waffensachkundeprüfung muss für den Erwerb einer Waffenbesitzkarte erworben werden, ist dann jedoch das gesamte Leben lang gültig.

Unangemeldete Kontrollen

Eine sicherlich umstrittene Maßnahme der Änderungen des Waffengesetzes sind die unangemeldeten Kontrollen. Hierbei werden verdachtsunabhängig Kontrollen durchgeführt, ob die Aufbewahrung der Waffen den gesetzlichen Regelungen entspricht. Neben dem Aufbewahrungsort (in der Regel ein Tresor oder ein Waffenraum) kann auch überprüft werden, ob alle angemeldeten Waffen vorhanden sind. Ebenso kann im Rahmen einer Kontrolle geprüft werden, ob genehmigte Munition gelagert wird. Sollten sich Ihre Waffen beim Büchsenmacher oder einer anderen berechtigten Person befinden, sollten Sie hierüber einen schriftlichen Nachweis erbringen können.

Das einmalige Ablehnen einer Kontrolle (z. B. aus terminlichen Gründen) darf in der Regel nicht zum Verlust der Zuverlässigkeit führen. Bei einer Kontrolle muss lediglich die ordnungsgemäße Lagerung der Waffe nachgewiesen werden. Dies bedeutet nicht, dass Zutritt zu anderen Räumlichkeiten gewährt werden muss. Bei den verdachtsunabhängigen Kontrollen handelt es sich nicht um eine Durchsuchung. Es steht dem Kontrollierten frei, die Personalien der Kontrolleure zu erheben und zu protokollieren, sowie einen Zeugen hinzuzuziehen. Ein Protokoll kann angefertigt werden und den Kontrolleuren zur Unterschrift vorgelegt werden.

Unsere Empfehlung
Seien Sie freundlich, gewähren Sie den Kontrolleuren die Möglichkeit Ihre ordnungsgemäße Lagerung zu prüfen. Verantwortungsbewusste Besitzer von legalen Schusswaffen haben durch die Überprüfung nichts zu befürchten. Es ist davon auszugehen, dass die Kontrolle durch die Mitarbeiter der zuständigen Stelle protokolliert wird und das Protokoll der eigenen Akte hinzugefügt wird. Alleine schon deswegen sollte auf ein freundliches Auftreten geachtet werden.

Weitere Informationen zu Einführung & Training

Aufbewahrung und Transport Augendominanz Trockentraining
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